abgefahren e.V.

Irgendwo in Afrika

Blogged via Mail.


Es ist eigentlich normal, dass man beim Trampen (in Äthiopien) immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Was ich als nicht normal empfand war, als auf einmal 40 Leute im Kreis um mich herumstanden und mich anstarrten, nur weil ich wartend auf meinem Rucksack, mit einem Buch in der Hand, an der Straßenseite saß.

Hier als gekürzte Fassung meiner Worte des Wortwechsels dort (Deutsche Version):

"Hallo."

"Hallo."

"Ja, alles gut. Danke."

"Ja, ich weiß, wo die Bushaltestelle ist."

"Nein, ich möchte da nicht hin, ich habe den letzten Bus verpasst. Deshalb sitze ich da und warte und vielleicht kommt ja noch jemand vorbei, der mich mitnimmt."

"Hallo."

"Ja, alles gut. Danke."

"Ja, es kommen noch Autos. Nein, die Leute nehmen einen mit, deshalb sitze ich ja hier. Ich habe eben die Zementfabrik dort besichtigt, mein letzter Fahrer fuhr dorthin. Die Besichtigung ist der Grund, warum ich nun etwas zu spät dran bin."

"Nein, kein Problem. Alles gut, danke."

"Nein, die Sonne ist ok. Ich bleibe ja nicht zu lange in der Sonne."

"Hallo."

"Buhhhhhhhh!!" - "Hihi."

"Hallo."

'Haha, nun kann ich endlich mal das Geldfragespiel umdrehen. Ich fühle mich ja wie im Zoo!': "Jeder, der länger als eine Minute schaut, muss mir 10 Cent geben."

"Hey, das war kein Scherz." "Geld, Geld."

"Darf ich nun wieder weiter mein Buch lesen?"

"Hmmm... eigentlich ist es gar nicht so schlecht, ihr gebt Schatten."

"Ui, die Schule ist aus."

"Hallo." "Hallo."

"Hallo."

"Hallo." "Hallo." "Hallo." "Hallo." "Hallo."

"Hallo."

"Ok, es ist nun zu spät, ihr habt recht und habt gewonnen! Ich geh' nun hier ins Hotel und check-in." - "Bye."

| #608

Re: Irgendwo in Afrika

Oh man, nicht schlecht passiert sowas öfter? :) In welcher Sprache redest du da mit den Leuten?

Re: Irgendwo in Afrika

Ne, eigentlich passiert sowas nicht oefters (zumindest ist es mir
nicht passiert). Ich denke, wenn man sich normal verhaelt sollte dies
nicht passieren (also in nen Cafe sitzt und dort Kaffee trinkt
anstelle irgendwo am Straszenrand mit nem Buch). Wohl ist man auf dem
Land eher etwas 'besonderes' als in der Stadt, dort ist es normal dass
man Weisze sieht.

Reden kannst du mit den Leuten wozu du Lust, die Frage ist eben ob
sie dich verstehen (wollen). ;) Ich verstaendige mich meist mit
Haenden und Fueszen. Zusaetzlich hyatte ich ein paar Worte Amharic
aufgenommen (Geld, kein Problem, Bus, ja, nein, Danke, Bitte etc.) und
das ist ja auch eine nette Gelegenheit zu ueben. ;) Des Weiteren kam
dort auch eine vorbei die Englisch konnte (findat man eigentlich
immer jemanden), was das ganze etwas einfacher machte... aber
eigentlich wollte ich in dieser Situation ja nur in Ruhe mein Buch
lesen...

Hier habe ich eben noch ein paar allgemeine Infos zum Trampen in Aethiopien
online gestellt. Ich hoffe ihr macht es auch mal... es ist halb so wild!

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