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Trampen in Äthiopien, Afrika – Allgemeine Informationen

Blogged via Mail.

Ein kurzer Bericht meiner Tramperfahrungen in Aethiopien, Afrika.

Nun ja, Trampen in Afrika, was soll ich dazu sagen. Vor gut fünf
Jahren hatte ich dort mein "Erstes Mal" und freute mich, dort endlich
wieder ein wenig zu reisen, eigentlich war das 'wie' mir relativ egal.
Generell würde ich aber sagen, hat sich dort nicht viel ge?ndert, bzw.
ist Trampen in ?thiopien meiner Einsch?tzung nach wie in anderen
L?ndern Ostafrikas und Trampen im allgemeinen.

Trampen in Addis Ababa, der Hauptstadt, und anderen St?dten
funktioniert wie überall in der Welt: Leute an Parkpl?tzen, Ampeln und
anderen langsamen Stellen ansprechen. Als Wei?er hat man dort
natürlich einen Bonus.

Aus den St?dten raus kommt man am schnellsten mit einem der Minibusse
oder normalen Busse. Raus hei?t hier wirklich raus, da eine halbe oder
eine Stunde Fahrt keinen wirklichen Kostenunterschied macht (aus
deutscher Sicht) und man eh keine genaue Karte hat.
Startplatzüberlegungen sind also eher damit verbunden mit dem Finger
auf der Landeskarte nach den n?chsten Ortschaften zu suchen als mit
der Maus auf Google Maps nach geeigneten Busbuchten und Ampeln vor der
Autobahn Ausschau zu halten.

Ob die Wahl zum Trampen wirklich von den Transportkosten abh?ngt, mag
ich mal bezweifeln. Es gibt ein gutes Netz an Bussen und Minibussen
(eine Landdurchquerung kostet ~10-15 Euro, billigste Variante). Busse
sind gro?, billig, langsam, aber haben mehr Party. Man steigt morgens
ein und kommt abends an, wenn der Bus nicht zusammen bricht. Minibusse
sind klein, schnell und teurer. Man steigt morgens ein und kommt
mittags an, wenn der Minibus keinen Unfall hat. Trampen funktioniert,
aber es ist ungewiss und mit Sicherheit in den meisten F?llen nicht
schneller als die Minibusse, die durchfahren. Die Busse sind das
Verkehrsmittel, man redet, hat Spa?e und bekommt einiges von Land,
Kultur und Leuten mit. So etwas gibt dem Trampen dort einen Mehrwert?
Und mit wem trampt man eigentlich?

Ich stellte mich immer irgendwo an die Stra?e. Ich hatte keine
Ansprüche, wie ich reisen wollte, was zuerst kam, das nahm ich. Klar,
ich wollte auch schnell unterwegs sein und viel sehen. Deshalb hatte
ich auch keine hohen Ansprüche, denn egal was bzw. wer kam, war für
mich neu und interessant.

Also, mit wem trampt man, wenn man am Stra?enrand steht? Bei mir kamen
Minibusse, Busse, Trucker die wohlhabende Schicht von ??thiopien,
Hilfsorganisationen und ein paar Touristen mit ihren Chauffeur vorbei.
Letztere schauten meistens nur ein wenig überrascht, bei ersteren
steigt man direkt ein oder l?sst es sein und mit den Mittleren kommt
man eigentlich meistens ins Gespr?ch – Trucker, die wohlhabende
Schicht von ?thiopien oder die Leute von den Hilfsorganisationen.

Bei der wohlhabenden Schicht und Truckern musste ich meist mehr
Uberzeugungsarbeit leisten, damit sie mich einfach so mitnehmen. Es
ist aber einfach, wenn man zeigen kann, dass man ihnen etwas bieten
kann. Wirklich interessant waren diese Lifts mit den 'Neureichen' aber
in den meisten F?llen nicht. Ein wenig spannender sind die Lifts, die
man durch Hilfsorganisationen bekommt. In den meisten F?llen wissen
diese Menschen mehr über die Leute, das Land und die Probleme (bzw.
eben die Probleme die sie (aus westlicher Sicht) sehen). Auch kann man
sich mal wieder mit jemanden aus dem Westen unterhalten was hin und
wieder auch gut tun kann. Bei den Truckern ist es Glücksache ob und
für wie viel man mitkommt, oft ist man aber nicht alleine, da dies
Form der Fortbewegung auch von den Einheimischen genutzt wird (was
diese Art wieder recht spannend macht).

So hatte ich in ?thiopien, wie schon vor Jahren in den anderen
L?ndern, recht viele kurze (freie) Lifts in den St?dten, l?ngere
au?erhalb mit meist wohlhabenden ?thiopiern oder Hilfsorganisationen.
Diese halten an, wenn man an der Stra?e steht. Lifts mit anderen
Touristen kann man recht oft an Sights oder Hotels arrangieren,
nachdem man mit ihnen ins Gespr?ch gekommen ist. Ab und an kam es vor,
dass ich mich an den Benzinkosten beteiligen sollte. Wenn man sich den
Stress nicht machen m?chte, wie ich es tat, dann nimmt man das
Fahrzeug, das zuerst kommt: den ersten (Mini)Bus oder den ersten
freien und/oder interessanten Lift.

Zusammengefasst würde ich sage, dass Trampen in ?thiopien gut
funktioniert, man aber mehr Zeit mitbringen muss. Es ist einfach und
zuverl?ssig, lange Lifts zurück in die Hauptstadt zu bekommen oder
kurze Strecken zurück zu legen. Es ist jedoch weniger sicher, auf Zeit
andere Orte zu erreichen. Wenn man genügend Zeit mitbringt, ist es
auch m?glich in ?thiopien zu reisen, ohne Geld für den Transport
auszugeben. ?thiopier sind freundlich und generell sehr friedvoll,
St?dte sind nachts auch sicher. Es ist jedoch abzuraten, nachts zu
reisen (h?here Unfallgefahr, auch wenn da mal endlich weniger Leute
und Tiere auf den Stra?en unterwegs sind, aber auch die Gefahr von
Uberfallen). Auf dem Land sollte man deshalb etwas mehr aufpassen,
auch wenn wahrscheinlich das Schlimmste, was einem passiert, eine
Traube von Leuten ist, die sich um einen schart, wenn man neben der
Stra?e wartet, und die nicht wirklich verstehen, was man hier macht
und m?chte. Wer es wagt, kommt meiner Auffassung nach aber sicherlich
in den Genuss, ganz abseits des 'Beatentrack' zu reisen, seine Nase in
viele Dinge zu stecken und hat dabei den Vorteil und die Ehre, recht
einfach mehr Zusammenh?nge verstehen zu dürfen und dabei ein recht
vollst?ndiges Bild der Gesellschaft in ?thiopien zu erlangen.

?thiopien ist ein wundervolles Land – ich wünsche euch dort viel Spa?!

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