Jemen - Djibouti mit dem Schiff
Ich war dieses Woche in Mokka (von al-Muchaa, auch ''Mukha'',
''Mokha'', englisch ''Mocha''). Diese Stadt war im 16. Jahrhundert
eine blühende jemenitische Hafenstadt am Roten Meer. Bekannt ist diese
Glanzzeit heute noch durch die spezielle Art der Kaffeezubereitung
(Mokka Kaffee). Heute übt die halb verfallene Stadt aber keine
besonderen Reize mehr aus (z.B. das Dorf Hocha nördlich von Mocha
hat wirklich Klasse und hat auch geniale Strände).
Der Hafen wird heute noch in Betrieb, auch wenn der Hafen in Aden
wohl um einiges bedeutender ist. Wie es scheint, werden von hier aus vor
allem Rinder und Schafe importiert und Schaumstoffmatratzen exportiert.
Eine große ''Tierfarm'' ist südlich der Stadt zu finden. Spannend ist
hier der Grenzverkehr der mit Booten nach Dschibuti besteht.
So ist es anscheinend Möglich von dort aus Schiffe für eine Überfahrt
nach Afrika (Dschibuti) zu nutzen. Dazu muss erst beim Immigration
Office eine Erlaubnis geholt werden um das Hafengelände zu betreten
(täglich von 8 - 13 Uhr geöffnet; südliche der Stadt). Dann ist es
möglich den Hafen zu betreten und mit den Kapitänen direkt eine
Absprache zu treffen (bzw. es zu versuchen). Sollte etwas gefunden
sein und alles arrangiert, muss man sich beim Immigration Office das
Exit Visa besorgen.
Ich denke die momentane Piratenhysterie* hat keinen wirklichen Einfluß
auf eine Überfahrt dort. Zum einen Zielen die Angriffe eher auf
große internationale Schiffe, zum anderen ereignen sich die Überfälle
in diesem Jahr eher an einer anderen Stelle (siehe hier, Mokka liegt
ganz im Westen des Jemen).
Laut eines Jemeniten, mit dem ich micht dort unterhielt, kostet ein Trip
nach Dschibuti umgerechnet $25-30. Dies konnte ich leider nicht selbst
überpruefen, da ich an dem Tag nach den Öffnungszeiten des Immigration
Office kam und somit nicht selbst weitere Nachforschungen anstellen
konnten. Ich nehme aber an, dass es sich dabei um jemenitischen Preis
handelt und dass dieser für westliche Reisende wohl höher ausfallen wird
(oder mit etwas Geduld auch um einiges niedriger).
Spannende Sache - wer mehr darüber weiß, bitte bei mir melden! Danke.
* Wie man überall lesen kann rüstet die internationale Gemeinschaft
auf um eine der wichtigsten Seestraßen der Welt zu sichern. Wer ein
besseres Bild haben möchte, sollte u.a. auch diese Artikel lesen:
- http://www.doctorswithoutborders.org/pr/release.cfm?id=2809 - immer
mehr Somalis verlassen das Land und begeben sich auf eine (tödliche) Reise
- http://allafrica.com/stories/200810301387.html - Situation in
Somalia verschlechtert sich, erste Anschläge
- http://english.aljazeera.net/news/africa/2008/10/2008109174223218644.htm...
- Somalische Küste als westliche Giftmüllentsorgung
| #614








