Prösen (bei Gröditz) - Elsterwerda - Senftenberg - Cottbus
Nachdem ich gestern zufällig erfahren hab dass wir heut keine Uni ham, nahm ich mir mit Blick auf den Wetterbericht den Senftenberger See vor - und danach meinen schon lange austehenden Besuch in der "Metropole" Cottbus, wo zwei Freunde von mir studieren.
Zunächst der übliche Deutsche Bahn-Horror um aus DD rauszukommen, nachdem mich die Anzeigetafel schon mit nem ICE - ca. 160min Verspätung - und nem EC - ca. 60min Verspätung - empfing und meine rausgesuchte Verbindung gar nicht existierte musste ich mir am Automaten schnell ne neue Verbindung zur Tarifzonengrenze nach Ruhland raussuchen. Dabei hatte ich allerdings nicht beachtet dass einer der Züge über Elsterwerda - also raus aus dem VVO-Gebiet und wieder rein - fuhr. Aber auch egal, dank 25min Verspätung (wer hätte das gedacht?) hätt ich den Anschluss in Elsterwerda eh nicht mehr bekommen und bin also im absoluten Kaff "Pösen Ost" ausgestiegen, genau an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg.
Der Vorteil von solchen Käffern ist, dass man die Bundesstraße nicht lange suchen muss und so kam auch 2min nachdem ich mich an eine Kreuzung gestellt hatte ein Dörfler an um mich erstmal spaßeshalber anzuschnauzen: "Hier kannst Du doch nicht stehen! Da nimmt Dich doch nie jemand mit! Wo willst hin?" - "Erstmal nach Elsterwerda" "Okay, ich auch - steig ein". Wie sich rausstellte war auch er früher getrampt, nur regte er sich auf dass das heutzutage nicht mehr möglich sei weil einen eh keiner mitnehmen würde - was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Und so verabschiedete er sich in Elsterwerda auch relativ pessimistisch von mir - "Na, ich hoffe du schaffst es heut noch bis nach Cottbus".
Nun ja, erstmal wollt ich ja nur an den Senftenberger See. Schnell war eine gute Stelle gefunden, wo mich nach kurzer Zeit ein radfahrender älterer Herr am liebsten sofort mitgenommen hätte. Doch da er ein kleines Platz- (und Geschwindigkeits-)problem hatte saß ich nach max. 15min doch in einem geräumigen Kleinbus (Na gut, ich musste mir meinen Platz erstmal durch schwere körperliche Arbeit schaffen - Kindersitz nach hinten und Nackenstütze angeschraubt) mit zwei kleinen Kindern und ihrer Mutter, die mich nebenbei noch ein wenig über die umliegenden Käffer (inklusive einer Straußenfarm) aufklärte. Und so hatte ich nach 2 1/2h auch schon mein erstes Ziel erreicht und konnte bei strahlendem Sonnenschein, starkem Wind und wunderbarem Wellengang erstmal mein wohlverdientes Bad nehmen...
Die Bundesstraße nach Cottbus zu finden war dann etwas zeitaufwendig, da ich zu weit am See entlanggewandert war, aber dank gutem Gehör konnt ich in der Ferne dann doch die B96 ausmachen, die mich zur richtigen Straße führte. Direkt am 80km/h Schild, wo die meisten einfach nur beschleunigen wollen nahm mich eine nette Dame mit, die leider nur bis in den nächsten Ort (nach Sedlitz) wollte, aber mich dort direkt am Bahnhof rauslies, wo dank Küchenfachgeschäft der perfekte Trampplatz auf mich wartete. Und so hielten in den ersten 15min drei Autos, doch niemand von ihnen wollte nach Cottbus ("Nee, in die Richtung fahr ich noch max. 2km!"). Ich dachte schon, niemand will dorthin, denn es war definitiv die richtige Landstraße...
Doch zum Schluss gab es tatsächlich eine nette 30jährige Ärztin, die einige Jahre in Berlin gelebt hatte und eine Freundin in Cottbus besuchen wollte um dann zum Ärztekonzert (in Cottbus!) zu gehen. Sie nahm mich gerne mit - unter der Bedingung dass ich sie ja nicht weiter Siezte. Wir erzählten uns ein wenig über Studenten-, Arbeits- ("24h Schicht...") und Partyleben ("...und davor bis 4 Uhr gesoffen") und schon warn wir pünktlich 19 Uhr in Cottbus, wo sie für mich trotz Verspätung ("Ich komm eh immer zu spät...") noch einen kleinen Umweg zur Stadthalle fuhr und nen Kumpel mich dann abholte.
Leider muss ich morgen 12 Uhr in Dresden sein und deswegen mit dem Zug zurück, aber es hat sich mal wieder gezeigt dass auch in Deutschland Trampen viel Spaß machen kann - vor allem über Landstraße von Dorf zu Dorf.
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... nett Geschichte, solltest wohl oefters trampen... Ich finde spannend dass du auch mitten in den Doerfern trampst, in (kleinen) Stadten geht das nach meiner Erfahrung meist nicht so gut, irgendwie wollen da zuviel irgendwo im Kaff hin...
deswegen stell ich mich dort meist auf die bundesstraße in die richtige richtung, irgendwo kurz vor dem ortsausgang :-)
> Ich finde spannend dass du auch mitten in den Doerfern trampst, in (kleinen) Stadten geht das nach meiner Erfahrung meist nicht so gut
Wie zB in Margraten oder Gulpen ;) wo es zum gluck einige Ampeln gibt...
> Wie sich rausstellte war auch er früher getrampt
Haben in Deutschland nicht viele Leute wohl mal getrampt? Besonderes im ehremaliges Ost-Deutschland...? Das frage ich mich ja ab :)
Laeufste immer oder wirst meistens dort abgesetzt?
Gute frage Frank, keine Ahnung... wenn jeder haelt der mal getrampt ist, dann wohl so jeder 20stige oder so?
ich laufe meist richtung ortsausgang/landstraße, da lernt man gleich noch ein wenig die stadt kennen...
ja einige haben wohl früher getrampt :-) und zumindest dieses mal kannte jeder der mich mitnahm und nicht getrampt ist jemanden der das schon mal gemacht hat (ne freundin meiner letzten fahrerin bis nach spanien)
jaja ich wuerde gern mal mit dir trampen alex, um rauszufinden wie du das machst ohne viel zu laufen trotzdem zu trampen :}
ich bin immer noch fest davon ueberzeugt, das trampen und wandern oder zumindest etwas laengere strecken laufen unbedingt zusammen gehoeren.
autobahn stellet natuerlich eine ausnahme dar.








