abgefahren e.V.

Familienbesuch; Seeland-Emmental

Mittag - strahlender Sonnenschein, Frühstück im Garten. Innerhalb von Minuten wird es plötzlich dunkel und kalt, tiefhängende Wolken ballen sich zusammen. Ich also schleunigst meine Schilder eingepackt, Regenschirm geschnappt und los.

Es ist 13 Uhr und schon auf den ersten paar hundert Metern werde ich nass bis auf die Haut, trotz Schirm, es regnet von überall... Nach einer Viertelstunde erreiche ich die Auffahrt zur Autostrasse nach Bern, welche eigentlich ein Kreisel ist und in einem kleinen Vorort von Biel liegt. In die Stadt zu laufen war mir zu weit gewesen. Ich muss nicht nach Bern, sondern ins Emmental rein, wofür man auf der Autobahn selbst die Autobahn wechseln muss; es gibt keine Raststätten dazwischen - also kleine Chancen. Schon das dritte Auto hält, die Frau fährt nach Bern und bietet mir an, an dem Ort, wo sich die Autobahn teilt, runterzufahren und mich dort abzusetzen. Hatte mir vorgenommen, das NICHT zu tun, weil dort alles nur Industrie ist und an Sonntagen nichts los. Auch der nächste Bahnhof wäre von dort weit weg, und ich kenne die Gegend überhaupt nicht... Aber nichtsdestotrotz steige ich ein, der Regen und die freundliche Frau haben statt mir entschieden... Die Frau fährt also in Schönbühl runter und lädt mich direkt an der Auffahrt wieder raus.

Die Auffahrt ist sehr klein und wenig befahren, der Vorteil daran ist, dass 10m vor dem Autobahnschild ein Fussgängerstreifen (!) über die Strasse geht und gleich da die Einfahrt zu einem Fabrikparkplatz ist - perfekt! Es kommen zwar nur tröpfchenweise Autos, aber sie müssen verlangsamen und können gut anhalten. Alle zeigen mit der Hand in Richtung Bern, wie erwartet. Nach 10 Minuten werde ich dann aber mitgenommen bis zu "meiner" Abfahrt. Beim ersten Kreisel nach der Autobahn werde ich ausgeladen, von dort führt eine Hauptstrasse nach Burgdorf, der nächstgrösseren Stadt. Schon nach einer halben Minute nimmt mich ein Ehepaar mit kleinem Jungen hintendrin mit bis 2 Dörfer vor dem Dorf meiner Eltern, wo ich hinwill.

Dort am Bahnhof stehend, wo in 10 Minuten ein Zug fahren würde, für den ich circa 2€50 zahlen müsste und mit dem ich in 15 Minuten zuhause wäre, laufe ich erstmal aus dem Dorf raus. So kurz vor dem Ziel nehme ich doch keinen Zug!! Die schwarzen Regenwolken, denen ich ständig davongefahren bin, kommen bedrohlich näher, das Dorf scheint ausgestorben, vor allem die Strasse.. Ausgangs Dorf beginnt der Regen. In 10 Minuten fahren 7 Autos vorbei, 4 davon mit nur einem Fahrer/einer Fahrerin - niemand nimmt mich mit, unglaublich, da ich ja nur zwei Dörfer weiter muss! Dann endlich erbarmt sich eine Frau und stellt mich bis vor meine Haustür, obwohl sie ganz und gar nicht in die Richtung gefahren wäre!

Fazit: 1h20 Minuten und gratis (mit Zug: 1h10min und 9€), 2 Fahrerinnen, 2 Fahrer, und den mir vorher ungünstig vorgekommenen Industrieplatz kenn ich jetzt und werde den sicher wieder benutzen!

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juhu, trocken geblieben...

Ich frage mich, ob Trampen auch noch ressourcenschonend ist, wenn Leute fuer einen extra einen Umweg fahren... ;) Frank, was meinst du?

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