Wie ich zum Perversling wurde
23.8.2008
Strecke: Berlin/Rangsdorf – Jena
Autos: 3
Zeit: Fixe 3-4 Stunden
Geschichte:
In Rangsdorf gibt es eine Autobahnauffahrt, die ist nicht besonders Tramperfreundlich. Aber mit dem Zug nach Michendorf fahren und eine halbe Stunde zur Raststätte laufen hätte mich den halben Tag gekostet. Also ran an den schmalen Streifen, Daumen raus, lächeln, das Leben nicht so eng sehen.
Mit dieser Geisteshaltung fing ich mir schon alsbald meinen perfekten Ride ein. Nach ca. 20 Minuten hielt ein grellorangenes Baustellenfahrzeug, ein Bulli, und ich sprang rein. Zwei Arbeiter auf dem Heimweg grüßten mich, ich verschenkte Bananen und jammerte über meine beim einsteigen verlorene Autobahnkarte. Die beiden waren ein lustiges Gespann: Der eine war ca. 40, fuhr und sagte kaum etwas, machte einen intelligenten Eindruck und lachte viel. Der andere war nach eigenen Worten 61 und redete ununterbrochen. Und zwar von Sex. Was ich da hörte ist kaum wiederzugeben, es ging um seine Fickfreundin, zu der er jetzt fährt, es ging ums lecken und blasen, Schokolade und Tiefe, Geschmack und Feuchigkeit und wie lange Höschen getragen werden müssen um richtig zu riechen. Ich machte es wie der Fahrer und lachte weil ich es sonst nicht ausgehalten hätte. Immer wieder versuchte der Kerl was aus mir rauszuholen: Wie viele, wie am liebsten, oder noch gar nicht? Aber das war mir eine Spur zu heiß. Schließlich entdeckte er den Nagellack an meiner linken Hand und fragte argwöhnisch ob ich nicht vom anderen Ufer sei- er habe ja nichts gegen solche Leute, aber mehr als Hallo und Guten Weg habe er nicht mit denen zu schaffen, mit den Hinterladern.
Ich fragte ihn, ob er nicht grade erzählt habe, dass er auch ganz gerne „von hinten lade“ - das sei allerdings was ganz anderes, er lasse sich ja nicht von hinten nehmen. Wohin ich überhaupt wolle? Auf ein Festival. Aha, da sind wohl nur so Typen? Zieht ihr euch da aus?
Und mit dieser Frage startete unser kleines Spiel: Er sprach Vermutungen aus, was da so alles passiere bei uns Perverslingen, ich bestätigte alles und schmückte es aus. Die Ideen wurden immer wilder und am Blick des Fahrers konnte ich erkennen, dass er verstand, dass ich nur Spaß machte. Der Ältere jedoch nahm scheinbar alles ernst und staunte ein ums andere mal. Schließlich hüpfte ich kurz vor Leipzig raus und gönnte mir nach der Sexstrapaze erstmal ein Eis.
Und dann wartete ich. Und wartete. Ein Kluftträger kam – und wurde von mir ins passende Auto vermittelt, denn er wollte wie viele der Fahrer nach Bayern. Ein Grünohr kam, er hatte mit einem Schild an der Auffahrt gestanden aber den Ort aufgegeben nachdem die Polizei ihn ins Auge nahm. Meinen Rat, die Fahrer anzusprechen, fand er nicht gut, er war überhaupt leider sehr abweisend – also stand er noch immer da als ich schließlich weiter fuhr.
Mich nahm als nächstes ein Bayer in schwarzen Rocker-Lederhosen mit, ein Gewerkschafter der auf einem Seminar über Neoliberalismus war und den ich aufgrund seines Dialekts nur sehr schwer verstehen konnte. Leider ging die Fahrt nur eine Raststätte weiter- und dann wartete ich kurz auf meinen nächsten Freund.
Der sah aus wie knapp über Vierzig und ließ mich sofort einsteigen. Im Auto saß ein Mädchen und spielte auf Nintendo DS ein Spiel in dem es eine Katze streicheln, füttern und saubermachen musste. Ein relativ Zielloses Spiel. Sie waren auf der GamesConvention gewesen. „Und, sind Sie auch Spielefan, oder nur wegen ihrer Tochter mitgefahren?“, fragte ich. „Ich bin seine Freundin!““Sehe ich schon so alt aus?“ Ups! Das Mädchen war 24, er wohl knapp darüber – vertan vertan sprach der Hahn. Zum Glück musste nicht mehr viel geredet werden und bald stieg ich in Jena aus.
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sowas ist ja mal sau peinlich. ich habe mal die tochter (die auch im auto saß) einer fahrerin auf 15 geschätzt obwohl sie 22 war... aber deins ist übler. so etwas mit bauarbeitern (ich war auf dem weg von frankreich nach hause), die wissen wollten wie die französinnen so sind, ist mir auch mal passiert. ich habe mich nciht darauf eingelassen. ich denke es kann gefährlich sein über sexuelle dinge mit völlig unbekannten zu reden, vor allem wenn es zwei typen sind und man selbst alleine. ich würde sowas nicht auf die leichte schulter nehmen weil man sich als mann auch manchmal zu sicher fühlt. wer weiß, vielleicht macht es deinen fahrer ja total an wenn du über sex redest...ich würde das nciht riskieren. ich kann mit bekannten und kumpels soviel reden wie ich will, aber bei unbekannten fahrern würde ich aufpassen und auf keinen fall ins detail gehen... in meinem fall habe ich als es zu extrem wurde nach einer guten stelle gesucht und mich dort absetzen lassen, mich freunlich für den lift bedankt und einen schönen feierabend gewünscht.








