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So, gestern Abend bin ich
So, gestern Abend bin ich zurück gekommen - auch wenn es nicht so gelaufen ist wie ich geplant hatte, ist es doch ein interessanter Urlaub geworden.
Am ersten Tag kam ich noch gut vorran, über Dresden und Prag nach Bratislava. In Bahnhofsnähe ist eine preiswerte Hostel, die ich nur empfehlen kann, junge Menschen aus der ganzen Welt (wie mir schien) übernachteten dort, Internet gab's kostenlos. Die Stadt ist erstaunlich belebt und jung. Am nächsten Tag wollte ich nach Budapest weiter, dafür musste ich mit dem Bus quer durch die Stadt um mich dann an der Endhaltestelle irgendwo in Petržalka durch Schilf zu kämpfen - das höher war als ich - um zur Autobahn zu gelangen. Zum Glück war mir das Wetter treu, sodass ich dort nicht im Schlamm versank. Ich stand ein paar Minuten, dann wurde ich eingelesen, der Fahrer war entsetzt, dass ich allein am Straßenrand stand und bot mir sofort an, dass ich lieber eine Woche Urlaub in Wien bei ihm machen sollte statt nach Kroatien zu fahren - er sprach und sprach und sprach, wollte mich partout nicht mehr gehen lassen, und drängt mich, dass er mir wenigstens ein Busticket kaufen dürfe. Schließlich gab ich den Widerstand auf und er brachte mich zum Busbahnhof. Ein Ticket nach Kroatien kostet bei Eurolines um die 28 - 35 Euro, aber der Bus nach Osijek fuhr nur zwei Mal in der Woche, dafür der Bus nach Zagreb täglich. Mein Gastgeber bestand darauf, dass ich bis Sonntag bliebe (also übernachte), dass er mir die Stadt zeigen kann, kaufte das Ticket für Sonntag und brachte mich zu sich nach Hause. Zuerst war ich ein wenig geschockt, denn ich war plötzlich in eine pakistanische Männer-WG geraten, aber sie waren alle sehr freundlich und mein Gastgeber Gentleman schlechthin. Er stellte mich als die Tochter seines besten Freundes in Deutschland vor und ich erhielt interessante Einblicke in seine Kultur. Am Sonntag fuhr ich dann nach Zagreb, dann Osijek, und als ich die leeren Straßen und verlassenen Dörfer sah, war ich fast froh, dass ich im Bus saß. In Osijek traf ich meine Freundin, sie riet mir von den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt ab, obwohl ich doch gerne diesen Rucksack irgendwo abgestellt hätte. Er war ein wenig schwer geworden, vor allem durch die beiden Wasserflaschen und den Reiseproviant. Im Nachhinein hat sich dies jedoch als die richtige Menge Gepäck herausgestellt, nur die zweite Hose brauchte ich nicht.
Die Stadt wirkte ziemlich heruntergekommen; zuerst traute ich meinen Augen nicht, also ich Häuser sah, die voller Einschusslöchern aussahen wie Käse. Das Studentenwohnheim war allerdings modern, hatte eine Rezeption und bot auch Unterkünfte wie ein Hotel, meist waren diese an Professoren vermietet. Küche und vor allem Kühlschrank wurden von 60 Personen genutzt, deswegen hatte meine Freundin Lebensmittel in einem Sack aus dem Fenster hängen. :) Man kann dort sehr preiswert in Restaurants gehen, so bekommt man für umgerechnet 5 Euro ein leckeres Fleischgericht; bezahlt wird meist an der Bar, nicht am Tisch, Trinkgeld ist auch nicht üblich, aber die Kelner freuen sich wie Schneekönige, wenn man doch etwas gibt. In der Stadt selbst gibt es nicht sooo viel zu sehen, einen großen Dom, eine Uferpromenade an der Drau (aber sehr schmutzig) und das Nationaltheatergebäude (wurde zur Hälfte von MacDonnalds gekauft). Die Studenten sind dort sehr lustig und kontaktfreudig (und sprechen alle besser deutsch als englisch), sie fanden unheimlich viel Spaß daran, mir kroatische Schimpfwörter beizubringen (sie gehen im Sommer auch gern zu Touristen und beschimpfen diese, tippen dabei zum Beispiel auf ihr Handgelenk, als würden sie nach der Urzeit fragen und amüsieren sich köstlich, wenn der Tourist auf deutsch sowas wie 'Halb 12' antwortet). Sogar meine Freundin meinte, es wäre bekloppt, per Anhalter durch Kroatien zu fahren, und erzählte mir Geschichten von verschwundenen Sportlern aus dem Park, neben dem wir gerade die Straße hinunterliefen. Man hat die Täter nie geschnappt, und zwei Monate lang durften die Kinder nicht zur Schule gehen und niemand verließ das Haus, wenn es nicht absolut nötig war. Also bin ich am Mittwoch dann mit dem Bus zurück nach Wien gefahren (wie versprochen...), das heißt, eigentlich ist er mir erstmal vor der Nase davon gefahren, weil er dort gehalten hat, wo die anderen Busse geparkt haben und dann auch noch 10 Minuten eher als auf der Anzeigetafel stand abgefahren. Da der nächste Bus erst in 4 Tagen fuhr, wurde mir angeraten ein Taxi zu nehmen um den Bus in ?akovo abzufangen. Der Fahrer bemühte sich nach Kräften, aber alles stellte sich uns in den Weg: Erst ein langer Güterzug am Bahnübergang, dann eine Kolonnne landwirtschaftlicher Fahrzeuge, eine ewigrote Ampel auf gerader Strecke, bei der niemandem klar war, warum sie dort stand, und dann schließlich ein rückwärts ausparkender LKW, der sich vor uns drängte. Der Fahrer litt mit mir, aber dann sahen wir den Bus uns entgegen kommen, der Taxifahrer hupte, der Bus hielt. Stunden später in Wien wurde ich wieder vom Busbahnhof abgeholt, dort blieb ich wieder über Nacht, mein Gastgeber machte mir praktisch einen Heiratsantrag, aber ich konnte ihn auf gemeinsame Ferien und gelegentliche Treffen runterhandeln *BG*
Es war eine interessante Zeit, aber ich glaube, ich bleibe erstmal zu Hause...
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