Ermordete TramperInnen in Aachen aus den 80ern
Hallo,
gerade geht folgendes durch die Medien: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,500815,00.html
Ein Fahrer hat in den 80ern fünf Tramperinnen vergewaltigt und ermordet. Alle sind nachts, alleine, von der Disco nach Hause getrampt. Etwas, wovon ich jedem (auch Männern) dringend abraten würde. Deshalb raten jetzt besorgte Menschen gleich vom Trampen ab. Was heißt das im Umkehrschluss?
Das Auto ist mit 165 500 Unfällen mit Personenschäden allein in der ersten Hälfte des Jahres 2007 das mit Abstand gefährlichste Verkehrsmittel. Die Zahl der Verkehrstoten steigt beständig. Dies nicht durch spektakuläre Axtmörder, sondern durch den täglichen Irrsinn auf Deutschlands Straßen: Zu schnelles, zu dichtes, zu alkoholisiertes Fahren. Verantwortlich ist man oft nicht selbst, es ist die Dummheit der Anderen, der Unbekannten.
Wenn man konsequent, und dazu noch ein verantwortlicher Mensch, ist, müsste man Kinder und Jugendlichen die Idee des Autofahrens ganz und gar austreiben und nicht weiter kultivieren. Man muss sich doch an den Kopf fassen, dass wir diesen Umstand, ebenso wie die 140.000 Toten pro Jahr durch legalisierte Drogen wie Alkohol und Tabak weitgehend umstandslos akzeptieren. Jeder der Augen im Kopf hat, sieht dass es zu gefährlich geworden ist. Genauso wenig kann man eigentlich noch U-Bahn fahren, Zug fahren oder auch nur am hellichten Tag seine Kinder alleine zur Schule gehen lassen - auch da lauern die Irren, die Axtmörder, die Vergewaltiger.
Das schlimmste ist: Zu Hause bleiben nützt auch nichts. Die meisten Unfälle passieren im Haushalt, während man auf der Leiter steht und die Fenster putzt, die Glühbirne eindreht oder schnell die Treppe runterläuft. Leben ist gefährlich. Selbstmord um weitere Gefahrenquellen auszuschalten eine mögliche Konsequenz.
Die andere, von uns empfohlene, ist den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Das heißt nicht, nicht mehr zu trampen, und in jedem Fahrer den potentiellen Psychopathen zu sehen, sondern die nötigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen: Leute selbst aussuchen und ansprechen auf (meist kameraüberwachten) Tankstellen und Raststätten, als Frau nur andere Frauen oder Ehepaare ansprechen, das KFZ-Kennzeichen an Eltern oder Freunde schicken und den Fahrer darauf hinweisen, nie nachts trampen, lieber zu zweit trampen. In der Schweiz gibt es bereits kameraüberwachte offizielle Trampstellen - das ist doch eine mögliche Lösung. Einem minderjährigen Mädchen würden wir immer abraten, nachts alleine von der Disco nach Hause zu trampen, so wie die Morde von Aachen vor 17 Jahren geschehen sind. Genauso wie wir jedem Autofahrer abraten würden, alkoholisiert und nicht angeschnallt zu fahren, anstatt ihm pauschal das Autofahren zu verbieten.
Davon abgesehen, glaube ich, dass, wenn wir immer in unseren Mitmenschen eine potentielle Gefährdung sehen, dass für unsere Gesellschaft langfristig weitaus gefährlicher ist, als zu Trampen...








