abgefahren e.V.

Bahnhof Frankfurt Flughafen

Am Dienstag wollte bzw. musste ich kurzentschlossen zu meinen Eltern in den Süden Deutschlands trampen. Gegen fünf Uhr abends stand ich in Maastricht am Liftersplaats, eine Stunde später ging es dann los in Richtung Deutschland.

Ich finde es doch immer etwas problematisch, von Maastricht nach Deutschland zu kommen. Mit einem großen Schild, viel Einsatz - als ordentlich gekleideter Reisender, viel Augenkontakt und offener Haltung - und etwas Glück schaffe ich manchmal, naja, eigentlich öfters, die Grenzüberquerung in Rekordzeiten. Mit ein wenig schlechter Laune und ohne großer Motivation steht man dann doch etwas länger, die roten Augen vom Heuschnupfen tun ihr Restliches.

Liftersplaats Maastricht Nichtsdestotrotz bekam ich nach einer knappen Stunde meinen ersten Lift direkt bis nach Frechen, die Raststätte kurz vor Köln. Eine ehemalige Maastrichterin, auf einer Militärschule ihre Kindheit verbracht und jetzt Krankenschwester sah mich, drehte noch einmal um, fuhr einen Umweg um mich dann mitzunehmen. Ihre alte Trampzeiten und ein Sohn, anscheinend meines Alters, ihre ausgedrückte Motivation.
Frechen, kurz vor Köln und der A3, ist normalerweise nicht das Optimum, um in den Süden zu kommen, aber normal auch nicht zwingend schlecht. Eventuell bietet Aachenerland die besseren Chancen, auf die A61 und A3 zu kommen und als erste Tankstelle nach der Grenze ein anderes Publikum anzuziehen - Leute, die Deutschland durchqueren und sich freuen, nun hier bzw. wieder im Vaterland zu sein.
Da stand ich nun aber in Frechen, genoss die faszinierende Aussicht auf Kölns Skyline. Und stand, und stand... Der Verkehr am Dienstag Abend war spärlich, und alles, was wohl in Richtung Frankfurt fuhr, konnte ich nicht davon überzeugen, dass ich ein interessanter und lohnenswerter Beifahrer sein könnte. Nur eine Tasche habend, etwas fettiges Haar und rote Augen. Meine Motivation war noch immer spärlich, zusätzlich geplättet vom Heuschnupfen. Selbst gegen später kamen dann keine Autos, mehr die direkt nach Köln fuhren, um mich am Bahnhof absetzen zu können.
Gegen neun Uhr, nach etwa zwei Stunden des Wartens, nahm ich mein Hab und Gut, wechselte die Seite, Rasthof Frechen auf der A4 in Richtung Aachen. Nach kürzester Zeit nahmen mich zwei etwas verplante, trotzdem gut gelaunte Informatiker, die auf dem Weg in die Bretagne zum Surfen waren, mit bis kurz vor Aachen. Von dort aus mit zwei Deutschmarokkanern bis zur Grenztankstelle, sehr offen und gastfreundlich, doch etwas Panik kriegend, als ich sie auf die nördliche Route nach Brüssel schickte. Das letzte, oft recht mühsame Stück bis nach Maastricht nahm mich ein ungarischer LKW Fahrer mit. Wenn er auf dem Weg nach London ist, macht er anscheinend dort regelmäßig seine Nachtstopps, es geht wohl doch nichts über einen netten Joint vor dem Schlafen gehen. Ich bin wieder einmal froh über den Drogentourismus, wohl es zu jeder Uhrzeit die einzigste Möglichkeit ist, um nach Maastricht zu kommen.

ICE train arrives at the Frankfurt Airport train station* Am nächsten Morgen, nach langem Hin und Her, entschied ich mich dann doch, mit dem Zug in Richtung Heimat aufzubrechen. Meine Motivation war noch stets bedingt, meine Augen noch immer rot und die letzte Erfahrung drängte zur Bequemlichkeit. Bus, ICE und Regionalbahn bringen mich in schlappen sieben Stunden nach Hause, minimal schneller, als wenn ich trampe. Ein Bahncard macht den Preis noch erträglich, genügend Zeitschriften und der MP3 Spieler die Fahrt selbst.

Normalerweise habe eine gewisse Abneigung gegen das Bahnfahren. Ich verpasse regelmäßig Züge und stehe wartend am Bahnsteig rum. Meine gelösten Karten sind den niederländischen Schaffnern meist nicht ausreichend, was mir weitere Stopps beschert. Gestresste und schweigende Nebensitzer oder übervolle Abteils und die Ausfuhr des weiblichen Fußball Fanclubs ziehen die Zugfahrt bis ins Unendlich oder entsprechend ins Unerträgliche. Beim trampen ist das ganze irgendwie ein wenig kalkulierbarer - für mich zumindest - die Pausen sind von vorneherein abzusehen und kommen nicht unerwartet, man sucht sich seine Chauffeurs und Gesprächspartner selbst aus bzw. wechselt diese bei Bedarf.

Die letzten Fahrten habe mir aber eine neue Erkenntnis gebracht. ICE Haltestelle Frankfurt Flughafen, der Höhepunkt meiner Zugfahrten. Habt ihr dort einmal gestoppt? Neben den normalerweise gestressten Fahrgästen, kommt da angenehmer frischer Wind in den Zug, die ganzen entspannten und ausgeglichenen Urlauber. Nach dem Flug, der Ernüchterung der Heimreise, treten sie nun im Zug das letzte Stück ihrer Heimreise an. Auf diesem letzten Stück kann sie nun wieder nichts mehr aus der Ruhe bringen, sie fangen an ihre gute Urlaubslaune zu verteilen. Da sag ich nur: selbst auftanken und weiterfahren - thumbs up!

*ICE picture by whobee under by-nc 2.0 license

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Recht interesantes

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Auf diese Strecke habe ich auch einige Erfahrungen bis Frechen ~ Koln.

Von Maastricht oder Heerlen nach Aachen:
Kann etwas Zeit nehmen, habe aber in Maastricht oder Bemelen auf drei fahrten nie langer wie 5 Minuten gewartet (und einmahl mit drei getrampt) nach Heerlen. Gleich nach Aachen ist ein bisschen schwierig; besser steigt mann uber in Heerlen auf die Auffahrt N281 beim Anschluss ende A79 (aber nicht zu viel Platz dort), oder eine andere Auffahrt vom N281. Nachste Trampstelle kann sein die Kreuzung N281 x A76, vo wo mann in kurze Zeit an die Tankstelle 1 km von die Grenze kommt (Tienbaan). Dort habe ich verschiedene Mahlen lange gewartet, zu meist im Abend. Vielen wollen mitnehmen nach Aachen, mann braucht aber ein Fahrt nach Koeln. Ich weiss nicht ob Aachener Land recht besser ist wie Frechen, sicher ist das diese Tankstellen die angewesen Platze sind um met sukses weiter zu trampen.

Frechen hatte ich zwei Mahl. Auf meine total spontane Anhalterreise von Aachen nach Frankfurt an der Oder (und weiter per Nachtzug nach das schoene leben und die schoene Landschaften in Polen) musste ich nur 20 Minuten warten und habe dann eine Fahrt nach Berlin-Michendorf bekommen. Letztes Jahr aber hat es uber 2 Studen am Tag gedauert ~ und zumeist immer fragen, fragen ~ einen Fahrt richtung Olpe/Giessen ODER Dortmund/Hannover zu bekommen und das war in meine Geschichte bis jetzt ein recht slechte Erfahrung! Problmatisch mit Frechen ist das vielen zu Koln oder gegend fahren und wenn nicht dan kann mann von dort etwa 8 Autobahnrichtungen nehmen! Auch ist Frechen nicht ganz gross und nervt es mich dort etwa (wie so oft in die Niederlande) direkt an die Tankstelle zu fragen...

In Koln kann mann auch richtung Suden trampen vom Tankstelle an das Verteilerkreis Koln, Anfang der A555. Habe ich einmahl gemacht und hat so 80 Minuten gedauert und hatte dann eine Fahrt nach Frankfurt Mainz. Auch dort gibt es viele, viele richtungen und viel Regionalverkehr.

So schade das du es nicht geschaft hast. Aber ja, so geht es wohl mal wenn mann auf dieser Weg reist. Es passiert recht Mahl das mann die Reise nicht kontrolieren kann, und das ist dan einfach recht ""scheisse""!

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